Mir ist der Blick so milde geweitet

von Käthe Knobloch

Mir ist der Blick so milde geweitet
wenn deiner sich mit ihm vermählt.
Seit deiner Seele Treue mich begleitet
werden meine Breviere neu erzählt.

Mir tönt das Leben lieb vollkommen
seit deine Noten an meine Lieder rühren.
Du hast die Dissonancen genommen,
kamst, um sachte Kantaten aufzuführen.

Mir bangt nicht mehr mein wildes Sein
und jedes Sehnen wandelst du in Sinn.
Zeigst mir im Dunkeln noch den Schein,
und dessen Widerspiegel in mir drin.

Mir ist mein Leben nicht mehr fremd
und alle Maße sind fast angemessen.
Nun seiest du mir mein letztes Hemd,
mein Lieb‘, mein Gut, meine Finessen.

Mir sind die altbekannten Wege neu,
deine Schritte kolorieren nun als Segen
alle gängigen Pfade ganz ohne Scheu.
Will mich in deinen Spuren hinbewegen.

 

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