Fliederleichtreiseleiseliederlicht

von Käthe Knobloch

Dieses Geschaume aus Farbe und Duft überprächtigte unsere Sinne. So karg der Winter, kalt, rein und licht; umso üppiger umsommerte uns pötzlich ein schier zu spät erwachender Lenz. Tage sonnten sich hitzig, die blauen Stunden flüsterten Novellen in leichter Flirtigkeit und nächtens zog der hohe Mond die Triebe gen Arkadien. Wir waren voller Staunen wie Kinder und entdeckten uns eine neue alte Welt. Rochen Bärlauch, noch bevor wir den grünen Waldteppich betraten, nüsterten lilafarbene Hagen, die über sprießende Flure wachten und verneigten uns mit bebenden Wimpern vor diesen Gemälden aus Lebendigkeit und Lust und manchmal, manchmal tauchten wir tief in sie hinein. Ein weißes Bouquet erbat ich mir als Reisebegleiter, als ich Dich und diesen kurzen Sommertraum verließ.

Mit ihm flog unser Lächeln über das Land und mitunter bekam ich es sogar lichtleicht zurück.

 

Advertisements