Melusines Dämmergesang

von Käthe Knobloch

 

Ach, Geliebter, lass mir meine Weihen,
nicht ergründen kannst du meine Tiefen.
Musst der Untreu‘ mich nicht zeihen,
es sind die alten Ahnen, die mich riefen.

Folge nicht meinen well’nen Wegen
schaue nicht meiner netzenen Spur.
Lasse dem Nachen seinen Abendsegen
und mir mein Sein, so rein und pur.

Vor meinen Füßen beugen sich Zäune
und kein Zauber kann es bannen.
Mein Streben: an die wassernden Säume,
in die all‘ meine Wünsche rannen.

Kehr‘ ich dir eben noch den Rücken
leuchten dir bald meine Blicke so treu.
Darfst in absinthene Spiegel blicken,
wenn Eos erwacht zum Tage wie neu.

Doch nun senken sich die lichten Lider
und mit ihnen mein irdener Schimmer.
Hier bleibt mein Wort, wieder & wieder:
Ich bleibe die Deine. Auf immer ~~~

 

 

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