Dreimalhinsehdreizehnsinn

von Käthe Knobloch

Minuten, Stunden und gar Tage verstoben zuletzt. Wir fühlten uns sicher in einer ureigenen Zeitblase umfangen. Vorgestern rief ich nächtens staunend die anderen herbei, hatte wohl meinen Zeitgeist überraschend verlassen: Der Dreizehnte mondete uns wolkenblinzelnd an.

Gestern strahlte für einen glückseeligen Blick der Mondenbruder über Fluss, Schleuse und Brücke. Warf dann seinen samtenen Vorhang aus Wolkengeflecht vor unsere applaudierenden Augen und verschwand.

Heute sah ich Zeitchen zuvor noch ein Leuchten, liess rasselnd wieder den Fensterladen hoch. Staunte still und stumm am offenen Fenster. Sandte Gebete jedweder Art für ein Mondenzwinkern hinaus. Nun ist nach Mitternacht. Meine Lieben und ich haben den dreizehnten Mond um vieles gebeten. Was davon in unsere Pupillen fließt, bleibt mondendes Geheimnis.