Schneemanngezwinker

von Käthe Knobloch

Heute hat sich eine feine Schicht zarter Kristalle über das Land gelegt. Eine Schneestola nur, so fein gewebt, ein Windhauch könnte sie verwehen. Und doch brachte sie freundliche Ruhe. Besengeräusche, so sachte wie Pinselstriche auf Seidenpapier beschmeichelten unsere Ohren. Kein harsches Gekratze oder gar mobiles Fegegetöse rückten dem bißchen Geflock auf den glitzernden Leib. Lange spazierten wir über die ruhenden Felder, beäugten Spuren, die nur der Schnee für uns sichtbar machte. Dachten auch an Spiele früherer Zeiten. Erinnerndes Schneemann-, Schlitten- und gar Eisschuh-Lächeln zierte unsere Gesichter. Zeitchen später haben wir dann vor Freude gelacht. Jemand hat auf jemandes Automobil ein Schneemännchen gesetzt.

Noch ein Zeitchen später ging ich, es näher abzulichten. Da hatte das Schneemännchen bereits seine Astärmchen verloren. Sachte vor sich hintröpfelnd schmolz es dahin. Doch mit seinen Moosaugen hat es mir zugezwinkert.

Des Nächtens schaute ich nochmal nach ihm. Arg ausgedünnt doch wacker stand es auf dem geparkten Automobil. Ein Lächeln aus Mut nahm ich mit in die Nacht. Und ein moosäugiges Zwinkern. Zwei gute Sachen in dieser Zeit. Das ist ganz schön viel.