Vor einem Jahr ~~~ April

Vom fernen Weh und naher Freude:

Der letztjährige April war ein verfrühter Sommermonat. Zu warm, zu trocken und doch genau richtig für uns im ersten Jahr der Pandemie. Er brachte Leichtigkeit in das beschränkte, ungewohnte Dasein. Nach der ersten Isolation führten uns alle Wege zum Fluß unterm lichten Blau. Manche Angst und Sorge verwoben sich in dem azulnen Baldachin und wurden so schwebend leichter. Der große Altstrom, obgleich viel zu ausgedünnt; nahm die gewichtigeren Nöte von uns. Rollte sie zu unseren Füßen bedächtig hin und her und schliff sie fein und flach. Gab sie uns wieder in zaubrischer Form. Als Flipflitschsteine ließen wir sie tanzen und fanden dadurch wieder Leichtigkeit.

Unser fernes Weh enterte die vorbeifahrenden Schiffe, die nahmen es bereitwillig mit in diverse Häfen. Wir blieben weiter zu Hause. Und sind noch immer da. Nah und voller Freude.