bittemito

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Mittsommernachtmalefikantensiebenblumentanz

Drei Kränze habe ich für diese Mittsommernacht geflochten.

In den ersten fügte ich die Beständigkeit der Nelke und die Wandelkraft von Hortensien, gebettet in die Zähe des Strandflieders und die elegante Kraft von Rosmarin. Ich dachte dabei an dich.

Den Meertau und den Widerstoß nahm ich auf und hüllte beides in den Balsam von Frauenmantel und Kamille. So zart dieses Weben und Bewahren. Ich dachte dabei an mich.

Zu spät blüht mir der Efeu, nehme seine Beharrlichkeit als grünen Grund. Bette Stacheligkeit in rosiger Blütenform darüber und verneige mich still. Vor einer Königin. Ich denke dabei an uns.

Liebster, lass uns tanzen…

 

Melusines Dämmergesang

 

Ach, Geliebter, lass mir meine Weihen,
nicht ergründen kannst du meine Tiefen.
Musst der Untreu‘ mich nicht zeihen,
es sind die alten Ahnen, die mich riefen.

Folge nicht meinen well’nen Wegen
schaue nicht meiner netzenen Spur.
Lasse dem Nachen seinen Abendsegen
und mir mein Sein, so rein und pur.

Vor meinen Füßen beugen sich Zäune
und kein Zauber kann es bannen.
Mein Streben: an die wassernden Säume,
in die all‘ meine Wünsche rannen.

Kehr‘ ich dir eben noch den Rücken
leuchten dir bald meine Blicke so treu.
Darfst in absinthene Spiegel blicken,
wenn Eos erwacht zum Tage wie neu.

Doch nun senken sich die lichten Lider
und mit ihnen mein irdener Schimmer.
Hier bleibt mein Wort, wieder & wieder:
Ich bleibe die Deine. Auf immer ~~~

 

 

Mir ist der Blick so milde geweitet

Mir ist der Blick so milde geweitet
wenn deiner sich mit ihm vermählt.
Seit deiner Seele Treue mich begleitet
werden meine Breviere neu erzählt.

Mir tönt das Leben lieb vollkommen
seit deine Noten an meine Lieder rühren.
Du hast die Dissonancen genommen,
kamst, um sachte Kantaten aufzuführen.

Mir bangt nicht mehr mein wildes Sein
und jedes Sehnen wandelst du in Sinn.
Zeigst mir im Dunkeln noch den Schein,
und dessen Widerspiegel in mir drin.

Mir ist mein Leben nicht mehr fremd
und alle Maße sind fast angemessen.
Nun seiest du mir mein letztes Hemd,
mein Lieb‘, mein Gut, meine Finessen.

Mir sind die altbekannten Wege neu,
deine Schritte kolorieren nun als Segen
alle gängigen Pfade ganz ohne Scheu.
Will mich in deinen Spuren hinbewegen.

 

Komm mit, komm mit…

Blaue Stunden umhüllen uns sachte und friedvoll. Trösten unsre wintermüden Augen und salben die nach Fülle darbende Seele mit diesem illustren Schein. Athmen sich tief in uns hinein und nehmen so unser Innerstes mit hinauf in die strahlende Kathedraligkeit. Noch singt der Wind seine sirrenden Choräle in das alte Ried, glänzen eisige Spiegel auf den müde sich dehnenden Wasserflächen. Doch das sich veränderne Licht bringt schimmernde Kunde von milderer Zeit. Die wässernen Spiegel necken uns blaupausig und die Bäume dunkeln ihr Geäst in den Spitzen, um bald, bald mit ihrem Grün dem blauen Baldachin zu huldigen. Ich erzähle Dir von den ersten Kiebitzen, die ich auf den sumpfigen Ederwiesen sah und Du lächelst mich wissend an. Komm mit, Komm mit flüsterst Du in den sinkenden Stunden, dann nimmst Du mich bei der Hand und wir strömen in das irisierende Blau.

Winterlichthierseinsreichtumwissen

Taumelnde Winterlichter, sie prospektieren nur amusisch flirtend. Diese flüchtigen Momente des scheuen Lides Heben bergen mehr Lohe, als das des eigenen Auges Spiegel bedarf. Man möchte die Wimpern tränend senken, um solche Pretiosen überhaupt ertragen zu können. Reicher ist bald kein Dasein möglich, inmitten solch‘ leuchtender Glorie. Bäume scheinen aus flüssigem Gold geädert, feinste Intarsien aus Silber fluten ihre Zweige und ein azurne Hoheit nobelt alles profane Sein. Ein Ächzen geht dann manchmal durch die eigene Seele, doch nichts als elfenbeinene Ergänzung umfasst die womögliche Blickigkeit. Und Ebenholz adäquiriert sich seufzend dazu. Kristallig schwebt ein Gewisper über dem Schilf. Eisglänzende Perlen beschimmern erstarrtes Geäst und diamantenes Leuchten legt sich tuchend über die ruhenden Gefilde. Es ist ein lichtes Reich und reines Sein. Für Dich und für mich.