bittemito

Tag: Fleiß

Seelengoldsilberglanzbronzelichtglück

Die Sonnenmilde schattierter Hochsommertage manifestiert sich in sachtem Bronze auf meiner Haut. Silbermondend schimmernd changieren launachtsgleich die feinen Härchen darin. Subkutan entsteht ein Diarium voller Wärmeromanzen, Sonnensujets, Lichtepisoden und Nobelnovellen. In mir werden Leichtigkeitseskapaden gewichtig und manches Kummermotiv federleichtet sich mit dem steigenden Gesang der Lerchen über den flirrenden Feldern. Ich notatiere unbewußt und entwerfe so nach innen lauschend mein ganz eigenes Bewußtseinsbrevier. Bronze und Silber auf meiner Haut. Gold in meiner Seele.

Und meine Seele im abendleuchtroten Kleid tanzte sich unter azurnen Baldachinen reich. Mit Freunden und Fremden, die Freunde werden können. So viel Goldsilberglanzbronzelichtglück.

Moritat von der mordskühnen Möwe Mortimer…

… seiner mürrischen Möwtresse Monique und der mondänen Molva.

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So höret denn, ihr lieben Leute,

höchst schaurig tönend hier und heute,

die Moritat von der mordskühnen Möwe,

schön und mutig wie ein weißer Löwe.

Ein fliegender Löwe, dies sei wohl erzählet,

dem es niemals an Beharrlichkeit fehlet,

um seine Möwtresse, die aparte Moniquen

galant zu erfreuen und famos zu entzücken.

Eine Flugschau der trendigsten Sequenzen

bot er ihr an, doch man muß ergänzen;

an Mortimer war nur sein Federkleid helle.

Und so entzog ihm Monique sehr schnelle

ihre holde Gunst und murrte nur stumm

dass immer konfuser im Kreise er schwumm.

Noch und nöcher hub das arme Geschöpf

Schwingen, Schnabel, Sterz und Gekröpf.

Köppte, saltierte und auerbachte verwegen,

 Monique indessen ließ sich nicht bewegen

ihm ihre Gunst des Schnäbelns zu geben.

Und so vergab Mortimer schließlich sein Leben.

Er wolle, so schwor er flügelschlagend

und der mokanten Möwtresse entsagend;

seine Gunst anderarts nun verschenken.

Spruchs und ließ grundwärts sich senken.

 

Und die Moral von dieser Geschichte?

Manche Vögel sind einfach nicht dichte.

Statt Schnäbeleien zu genießen im Sund

verweisen sie einen brüsk auf den Grund.

 

Und Mortimer, der kühne Silberlarus

glich alsbald dem fallendem Ikarus.

Mit letztem Blick verliebte er sich ohne Lameng.

Sie hieß Molva und war eine verirrte von Leng.

 

 

 

Tulipantanzturbulenzentip

Rauhe Winde und Regengeprassel vertreiben bis auf ein paar Unentwegte die Menschen von den Straßen. Ruhig bleibt es auch im Floratelier und ich vertreibe mir die Zeit mit ein paar Tulpentänzchen. Zuerst ein lilaleichter Limbo, dann ein geschmeidiger Weißwalzer. Noch scheu die ersten Schritte der munteren Gelbgaillarde, mutiger dann der rotflammende Flamenco. Rocknrollig bauscht sich das orangene Blütenmeer und dann mein Lieblingstanz: Ein flinker Pogo in pink. Und weils so schön war, das ganze noch mal von vorn. Und durcheinander, bis die Waden jubeln und die Brust vibriert. Wenn Tulipane tanzen wollen, dann turbuliere ich gerne mit.

Von Anfang an licht

Die Nacht des Jahreswechsels in Frieden und Ruhe verschlafen, erlebten wir die begleitenden Tage umso mehr. Stunden voller Liebe, Vertrauen und Zuneigung. Voll des Glückes, sie erleben zu dürfen. Manche lang gehegten Pläne wurden ausgeführt und sogleich entsprangen neue daraus. Wege waren gradlinig oder sanft verschlungen. Und über allem war ein Licht, dessen Aureole uns aufzunehmen schien. So leicht, so licht wie unsere Herzen tanzten. Wir hitzten in Kälte, schwelgten in Kargheit und choralten stumme Weisen. Arbeiteten bis zur Erschöpfung und genossen die reiche Ernte, die uns daraus erwuchs. Erinnerten uns an vergangenen Kummer und lachten hell auf in unvergänglichem Schalk. Spulten Kilometer eilig ab und verharrten schrittchenweise. Blieben seßhaft und trieben fremdgestadig umher. Tranken mit Freunden und aßen mit Fremden und waren uns oft gut selbst genug. Ein Anfang, wie wir ihn allen wünschen: Leicht und licht.

Manchmal in Gedanken

Manchmal werden unsere Erwartungen nicht erfüllt und manchmal bekommen wir Geschenke, die wir so nicht erhofft haben. Manchmal ersehnen wir uns eine Einzigartigkeit, die eben genau nur manchmal funktionieren könnte. Manchmal ist uns ein stilles Fallen genug und manchmal können wir nicht ausreichend wild in die Pedalen treten. Manchmal glauben wir, in einem falschen Filme zu sein und sind dann doch manchmal die Hauptdarsteller. Manchmal träumen wir uns weit weg und sind uns näher als es uns manchmal erscheint. Manchmal ist es kurz vor zwölf und dennoch bleibt genau dann manchmal die Zeit ein klein wenig für uns stehen.

Und manchmal unterschätzen wir die Kraft der Gedanken. Allen Lesenden wünsche ich ein besinnliches, leuchtendes, verzaubertes und gesundendes Weihnachtsfest und einen fröhlich entspannten Jahreswechsel. Machen wir, jeder auf seine Art und Weise, das neue Jahr zu einem guten. Von Anfang an. Wenn auch manchmal erst nur in Gedanken.