bittemito

Tag: Müßiggang

Die zarten Blasen der Euphorie

Die zarten Blasen der Euphorie zerplatzen manchmal an der angespannten Haut meiner Sorge. Ich spüre dieses kaum vernehmbare Ploppen, gleich den schillernd berstenden Seifenblasen aus wohlen Kindertagen. Auch da schon ein altes Weh in diesem unschuldigen Tun, ein Abschiednehmen ohne Wiederkehr. Der zaubrisch schöne Tanz in sanftem Schweben und ein jähes Auflösen in Nichts. All die eifrige Mühe, dieses Rühren in der Seifenlauge und die Freude, wenn die eigene Kraft bündelnd sich durch einen schmalen Strohhalm blasig manifestiert… dennoch spannt die Sorge meine Haut und Seele an. Früher und heute. Ich halte unwillkürlich ein Zeitchen inne und puste dann doch wieder und wieder neue Blasen der Euphorie gegen die Sorge.

Einfach mal die Zeit verplempern

Lange Blicke aus dem Fenster, das veränderliche Sonnenlicht zaubert immer neue Bilder. Schatten erscheinen, verschwinden wieder. Manche fange ich photographisch ein, lösche etliche dann doch wieder. Was unser Auge zu erkennen vermag, keine Apparatur misst sich an diesem unvergleichlichen Entwurf. Dann ein Schnappschuss und sofort synapst sich eine Melodie in mir herbei.

Ich summe, spinne Textfädchen und erwische mich beim Notenfallenlassen. Befrage den scheinbar allwissenden Zwischennetzknecht und begebe mich Zeitchen in seine Fänge. Ertappe mich kopfschüttelnd, erinnerungsschaudernd und bisweilen großäugig staunend. Nur meine zuerst gesummte Melodey, die finde ich so nicht. Verplemperte Zeit, denke ich und da fällt es mir förmlich schimmerschuppig von den Augen: Ich habe nach dem falschen Lied gesucht. Die springenden Fische sind zwar Teil der wundervollen Welt, aber nicht in einem Lied besungen. Ich lausche nach der ursprünglich in mir anwellenden Melodey und werde augenwassernd fündig.

Der Blick aus dem Fenster wandert inzwischen in dunklen Straßen. Nur Laternen wischen noch Schemen über Häuserwände. Wenn ich jetzt nach draußen gehe, erstrahlt über mir unendliche Gewissheit.

Der Schatz am Ende des Regenbogens

Und wer sagt denn, daß ein Schatz aus Münzen, Geschmeide oder Edelsteinen bestehen muß? Ich kenne Kleinode, die deren Schönheit bei weitem überstrahlen. Die den Pupillen schmeicheln, statt sie in Gier aufleuchten zu lassen. Die zudem noch andere Sinne verführen und uns seufzend machen vor Seeligkeit bei ihrem Anblick.

Heute Nacht hat unser Leprechaun uns so einen Schatztopf in die Stube gestellt. Am Ende eines innerhäusigen Regenbogens. Wie reich wir doch sind~~~

Ein Lied für Jetzt

Ein Lied für alle Computermüdaugen, Sichnachdraußensehner, Umarmungsentzügige, Tanzwutmissende, Konzertsüchtige, Putzmuntermüde, Frischluftdarber, Zimmerblassnasen und Dankerufenwoller.

Ein Lied für alle und jetzt:

Danke für dieses herzhafte Chanson an die Bäste Bänd där Wält! Mein obligater Augentrost für heute wirkt auch trefflich zimmermüdezerknittert.

Regenostermontagskomponenten

Der unvergleichlich lebendige Duft von Regenwasser nach staubtrockenen Tagen, der sich so tief in die Lungen wellen möchte, dass Ausathmen fast unmöglich erscheint.

Der Glanz der eigenen Pupillen beim Lesen guter Wünsche, der fühlbar bis ins Herz scheint und so das Innerste gloriolt, bis man sich selbst als Kleinod fühlt.

Das zarte Rascheln des feinkörnigen Zuckers, wenn der Silberlöffel in die Weißkostbarkeit gleitet um dann den goldenen Minztee sachte zu krönen.

Das sachte Wispern, mit dem sich einzelne Tulpenblüten in ihr Vergehen fügen und als nun seidig morbide Traumschiffchen zu Boden gleiten.

Die schwebenden Töne der sanften Musik, die aus den Lautsprechern wehen und sich ohrwärts calimaren, bis eine Notenstola sich um einen legt.

Das Klicken der kleinen, feinen Apparatur, mit dem man hört was nun zu sehen sein wird, lichtabgebildet und als Moment ewig festgehalten.