bittemito

Tag: Tanzwut

Junikäferuntermpankowmondjubel

Die Junikäfer tanzen spät in diesem Jahr. Beim Abendwässern im Garten bassen sie die hellen Kaskaden, die aus der Gießkanne tropfen. Kaum sehen kann ich sie in den bereits dunkelnden Stunden, aber lauschen will ich ihnen. Stelle meine Kanne ab, bündele meine Sinne.

Mückchengesirre, eine späte Amseltirade und wieder ein Brausen voll müdgewordener Lust. Einer streift mich, kämmt sich durch meine ebenso müden Haare. Händisch helfe ich und muß herzvoll lachen. Schicke ihm gen Dämmerlicht einen Gutwunsch hinterdrein und ergreife wieder die Kanne. Denke mich zurück in vergangene Junimonate.

Zuerst in jenen, als ein voller Mond mich Johanniskraut um Mitternacht finden ließ. Zurück zu dem durchtanzten Juni von vier Hochzeitswochenenden. Sehe mich im Hinterhof unterm Sternenhimmel mit Freunden plaudern. Zeitchen zuvor in einem anderen Garten. Der innere Bass der Traurigkeit zupft seine ureigenen Saiten an.

Eine neue Heimat offerierte sich unverhofft juniflirrend. Ich bewege mich zwischen und in den Strömen. Summe mit Rio seine leise Hymne vom Junimond. Die habe ich lange nicht in meinen Sinnen bewegt. Die hiesigen Junikäfer verklingen mit meinen Erinnerungen. Im Haus tönt Pankow an. Für mich die eine Juniliebe, geht nie vorbei: Ich will tanzen. Wunderbar, so durch die Zeiten zu fliegen.

Die Junikäfer tanzen spät in diesem Jahr. Aber hey! Wir tanzen!

Ein Lied für Jetzt

Ein Lied für alle Computermüdaugen, Sichnachdraußensehner, Umarmungsentzügige, Tanzwutmissende, Konzertsüchtige, Putzmuntermüde, Frischluftdarber, Zimmerblassnasen und Dankerufenwoller.

Ein Lied für alle und jetzt:

Danke für dieses herzhafte Chanson an die Bäste Bänd där Wält! Mein obligater Augentrost für heute wirkt auch trefflich zimmermüdezerknittert.

Strange Colour Blue

Zum heutigen floralen Pupillenkuss bedarf es nicht vieler Worte. Aber alter Musiklieben. Denn auch dafür haben wir jetzt Zeit. Madrugada. Strange colour blue.

Seelengoldsilberglanzbronzelichtglück

Die Sonnenmilde schattierter Hochsommertage manifestiert sich in sachtem Bronze auf meiner Haut. Silbermondend schimmernd changieren launachtsgleich die feinen Härchen darin. Subkutan entsteht ein Diarium voller Wärmeromanzen, Sonnensujets, Lichtepisoden und Nobelnovellen. In mir werden Leichtigkeitseskapaden gewichtig und manches Kummermotiv federleichtet sich mit dem steigenden Gesang der Lerchen über den flirrenden Feldern. Ich notatiere unbewußt und entwerfe so nach innen lauschend mein ganz eigenes Bewußtseinsbrevier. Bronze und Silber auf meiner Haut. Gold in meiner Seele.

Und meine Seele im abendleuchtroten Kleid tanzte sich unter azurnen Baldachinen reich. Mit Freunden und Fremden, die Freunde werden können. So viel Goldsilberglanzbronzelichtglück.

Tulipantanzturbulenzentip

Rauhe Winde und Regengeprassel vertreiben bis auf ein paar Unentwegte die Menschen von den Straßen. Ruhig bleibt es auch im Floratelier und ich vertreibe mir die Zeit mit ein paar Tulpentänzchen. Zuerst ein lilaleichter Limbo, dann ein geschmeidiger Weißwalzer. Noch scheu die ersten Schritte der munteren Gelbgaillarde, mutiger dann der rotflammende Flamenco. Rocknrollig bauscht sich das orangene Blütenmeer und dann mein Lieblingstanz: Ein flinker Pogo in pink. Und weils so schön war, das ganze noch mal von vorn. Und durcheinander, bis die Waden jubeln und die Brust vibriert. Wenn Tulipane tanzen wollen, dann turbuliere ich gerne mit.