bittemito

Tag: Verwegene Verse

Moritat von der mordskühnen Möwe Mortimer…

… seiner mürrischen Möwtresse Monique und der mondänen Molva.

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So höret denn, ihr lieben Leute,

höchst schaurig tönend hier und heute,

die Moritat von der mordskühnen Möwe,

schön und mutig wie ein weißer Löwe.

Ein fliegender Löwe, dies sei wohl erzählet,

dem es niemals an Beharrlichkeit fehlet,

um seine Möwtresse, die aparte Moniquen

galant zu erfreuen und famos zu entzücken.

Eine Flugschau der trendigsten Sequenzen

bot er ihr an, doch man muß ergänzen;

an Mortimer war nur sein Federkleid helle.

Und so entzog ihm Monique sehr schnelle

ihre holde Gunst und murrte nur stumm

dass immer konfuser im Kreise er schwumm.

Noch und nöcher hub das arme Geschöpf

Schwingen, Schnabel, Sterz und Gekröpf.

Köppte, saltierte und auerbachte verwegen,

 Monique indessen ließ sich nicht bewegen

ihm ihre Gunst des Schnäbelns zu geben.

Und so vergab Mortimer schließlich sein Leben.

Er wolle, so schwor er flügelschlagend

und der mokanten Möwtresse entsagend;

seine Gunst anderarts nun verschenken.

Spruchs und ließ grundwärts sich senken.

 

Und die Moral von dieser Geschichte?

Manche Vögel sind einfach nicht dichte.

Statt Schnäbeleien zu genießen im Sund

verweisen sie einen brüsk auf den Grund.

 

Und Mortimer, der kühne Silberlarus

glich alsbald dem fallendem Ikarus.

Mit letztem Blick verliebte er sich ohne Lameng.

Sie hieß Molva und war eine verirrte von Leng.

 

 

 

Verwegene Verse – Kleintierkokolores

„Kommt alle, wir spielen just Verstecken!“

So riefen begeistert die nackten Schnecken.

Eine tarnte sich an Baumes Rindenwegen,

die andere liebte mehr Blumen, weswegen

sie an einer Irisschönheit sich hochbegab.

Die zarten Libellen, selbst dünn wie ein Stab

fanden im Wasser ’nen Ast, einen lotrechten,

 verharrten da. Und auch nicht von schlechten

Eltern war die Tarnung der einen Flugelfe,

die nutzte ein Wildbuntkraut als Behelfe

um fast ganz in der Buntheit zu schwinden.

Bravo! Bunt in bunt muß man erstmal finden!

Apropos bunt: Ein schöner Rotfleckfalter

probierte einen dünnen Halm als Halter

um hinter dem sich versteckig zu tarnen,

doch seine Signalfarbe tat leider warnen.

So wurde auch der Jakobskrautbär entdeckt.

Die Schnirkelschnecke hingegen hats gecheckt

und sich an einer stacheligen Distel hochgereckt.

Da mag keiner so lange rumflirrend suchen,

denn oft ist ein Opfer leider zu verbuchen.

So manches Flattertierchen hing schon fest,

über blieb nur ein häuterner Insektenrest

um warnend vom Ernst im Spiele zu künden:

Stachelverstecke sind nur als gut zu befinden,

wenn häuslich man sich zu schützen vermochte.

Befand wohl auch der Käfer, indem der krochte

hinter eine zarte Irisknospe und verscheuchte

alles, was da signalfarbig kreuchte und fleuchte.

Ob Stachel an Pflanze oder Tiere angebracht,

besser ist’s, man hat schon mal vorausgedacht.

Der Hummel bleibt nur brummend abzudrehen,

sie wird oftmals unverdient scheel angesehen.

So geht es auch den besten in diesem Spiele:

Die Spinnen und von denen gibt es gar viele,

die tarnen sich gerne so ganz bonfortionös.

So deucht mich hier der Sieger arachnidös.

Ich fand das Tier auch erst nahbeträchtlich,

blattgetarnt und tropfenspiegelprächtig.

So liegt die Schönheit oft kleinstversteckt

und hat in mir Pupillenlust just geweckt.

 

 

 

 

 

 

Verwegene Verse – Hakenhabilitationsversion

Ich begegnete einst einem sehr kleinen Häkchen,

das stellte mir zuallererst ein kurioses Frägchen:

Wozu bin ich eigentlich hier so verdübelt?

Viele hatten ihm diese Frage schon verübelt,

ich jedoch konnte nur lauthals drüber lachen.

So ein Haken taugt doch zu vielerley Sachen!

Den macht man einfach hinter manche Zeit

(und entlübdet sich von genormtem Leid),

denn vieles, was uns bittdankend deucht

ist nicht den Furz wert, der uns entfleucht.

Pobacken zusammenkneifen, bitte nicht immer;

denn manchmal kommts tatsächlich schlimmer

und wenn’sde dann keinen kleinen Haken hast,

trägt niemand außer dir diese unschöne Last.

Scheiße einfach mal drauf und laß dich hängen

anstelle des Hangtuches kannste doch bangen

(Dieses Bangen ist als Bängen bitte zu erlesen,

(Tschuldigung, Überdosis Ärzte, ich bin genesen!))

Ähem, zumindest von den weißen Kitteleien,

man möge mir diese Rockbarkeit just verzeihen!

Zurück zu dem kleinen scheinbar unnützem Ding,

bei dessem Anblick ich mir ein Lächeln einfing:

Was vor einem steht, das kann man nicht wissen,

doch den Haken dahinter will ich nicht missen.

 

 

keintuch

Verwegene Verse XXXIII

Ich küsste mal einen Herren aus Grimma*,

dachte ich, doch es war viel schlimmer!

Der Herr war sogar richtig vergrimmt,

was eigentlich auch nicht ganz stimmt.

Er war zornig, wütend und sogar böse.

Ich küßte ihn mit Krachknutschgetöse

…, allein, die Vergrimmung, die blieb.

Ich bewisperte ihn zärtlich und lieb,

bis er steinhart mir zu werden deuchte.

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Doch für umme das Feinstkußbefeuchte!

Er wurde zwar härter,

doch nur um die Bärter,

die Lust mir flugs entfleuchte.

Knoblochkuss

Und die Moral von der Geschichte?

Grimmige Männer sind nicht ganz dichte,

wenn Küsse nicht ihren Stein erweichen

und Liebe, Mut & Lust nicht gereichen,

gereicht wohl fast nichts mehr ihnen,

außer dem blinden Haß zu dienen.

Mehr küssen und lieben ist das Gebot der Zeit.

Biste dabei? Ich wäre soweit…

Das gilt natürlich auch für harsche Damen,

drum laßt uns auch die küssend umarmen.

Wildeste Knutschereyen oder stummes Lieben

hat schon immer Hass und Grimm vertrieben.

* Ich bitte um Entschuldung, falls ich Herren aus Grimma hiermit verletzte und gelobe lieblichste Vergeltung rein kußtechnisch natürlich…

Verwegene Verse XXXII

 

Jüngst durchbebte ich etliche langschwere Nächte,

sie waren echt grausambrauniger als ich je dächte,

dass graubraune Nächte mir so erscheinen können;

da kam der eine Morgen dann endlich hellersönnen.

Ja, ich schrub hellersönnen und nicht hellerleuchtet,

denn was mich schließlich so sanft augenbefeuchtet,

waren weder der Jubelmorgen mit all seinen Sonnen

noch die tirilierenden vorlenzigen Vogelsangwonnen.

Ohkee, Vogelwonnen hätte ich auch nicht verachtet,

vor allem, wenn mit Pünktchen sie o-wärts bedachtet,

doch ich fand mich bettlagerstättig ganz alleine wieder.

Ergo besönnte ich mich auf meine ganz eigenen Glieder,

streckte und rekelte mir ab das nachtbraune Gesumpfe,

frühsportelte wie immer, ohne Kleidchen und Strumpfe

und dehnte und lockerte mir Fleisch und die Behäutung.

Bald subkutante sich in mir warm eine neue Bedeutung

dessen, was die sachten Fingerkuppen da heranstrichen.

Erossirrende Phantastereyen sich ins Kopfkino schlichen,

schneller bebsenkten sich die Rundwölbungen vorderlich,

bekamen ihren Fingerspitztango natürlich ganz für sich

und auch die Rundungen rückseits so wohl erschaffen,

mußten nicht unbeachtet in Kühlheit erschlaffen:

Po gespannt, der Athem schnellste Melodie,

heiß die Haut; eine Fingertangosinfonie,

musterzeichnend voller Lust,

meine rechte Hand

und dann…

Frust!

Die Erkenntnis kam sofortiglich wie banalös:

Falschseitig gibt es kein Beglückereygetös,

rechts wirken immer die falschen Triebe

das ist bei den Wahlen, wie bei der Liebe.

Und dann, dann habe ich links gewählt,

was weiter geschah, wird hier nicht erzählt.

Nur eines noch ganz pssstbetrefflich:

Es war schönstnebensächlich…

Danke an die fabulöse Stefanie, die den Anstoß dafür gab, das Gewölle verwegen auszuversen.

Diese Verse sind für Dich.