bittemito

Wie Schnee, der auf Rosenknospen ruhen will

Dieses  Jahr rann mir gleich dem hellen Rheinsand durch die müden Finger. Unaufhaltbar und doch ein Labsal in seiner schönen Schlichtheit. Und wie das Bett des alten weisen Flusses lag ich bloß und kargte mich aus. Fand verborgene Schätze tief im inneren Grund und streifte knapp an den ausgebrochenen Säumen meines Bewußtseins entlang. Fülle mich nun stet wieder auf in neuen Wellen und mir scheint, ich war mir selbst mein Rubikon und habe mich durchschritten.

Nun ist die Welt wie auf den Kopf gestellt und anders erscheinen mir meine Horizonte. Weiter denn je und plötzlich ist so vieles möglich. Lauter kleine Wunder lassen mich lächeln, Abschiede geraten zum Fest und so wird dieses sich neigende Jahr nach einem friedvollen innigen Advent in Zauber sich manifestieren. Wie Schnee, der auf Rosenknospen ruhen will.

Bittemito war mir ein Zeitchen ein guter Begleiter, die Menschen, deren Weg ich schreibend kreuzte haben Spuren hinterlassen und es ist mir ein Bedürfnis, einfach mal Danke zu sagen. Manche von euch bleiben in meinem Herz und ich denke sie warm und lieb an. So sind auch wir wie Rosen vom Schnee geküßt und von diesem Zauber nunmehr umfangen. Danke für die vielen fabulösen Wortwechsel und die mannigfaltigen Inspirationen, für die Denkanstöße und die purzelbaumenden Buchstabeneskapaden. Danke für die formidable Musik und die famosen Bilder. Und einen hopsfidelkapriziösknicksfeinröckeraffenden Dank für all diese Bonfortionösität. Wir lesen uns wieder. Irgendwann. Wenn wieder Rosen im Schnee erblühen.

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Leisegrenzganggedankenreise

Es war eine kleine Reise, doch ihre Route folgte den Pfaden der großen Geschichten, denen letztlich unsere eigene, gemeinsame Historie entstammt. Bestünde diese Grenze noch heute, wie die diktatorischen Machthaber sie planten und viele Mitläufer ausführten, es wären  Meilen der Ödnis mitten durch Deutschland. Und durch unsere Herzen. Doch auf dieser kleinen Reise sahen wir ein heilsames Wachsen. Sprachen mit Menschen, die sich öffneten und einander die Hände reichten. Sahen alte Narben langsam verblassen und absurd gezogene Risse sich wieder schließen. Vielfalt in Natur und Menschlichkeit. Die drohenden Schwären, die Deutschland erneut durchziehen, sie sind ost- wie westwärts gleich. Es ist hohe Zeit, gemeinsam zu heilen. Anfangs vielleicht mit einer kleinen Reise.

Erntedankzeiten

Nach endlos staubigen Tagen legt sich ein frisches Tuch auf die maroden Wiesen. Heiß und reich war der Sommer, seine Müdigkeit ist eine gerechte. Ich bin müde mit ihm und doch hellwach. Der alte große Strom hat sich ausgedünnt und volle Äste brachen, dürre geworden durch die Huld der reifenden Früchte. Unser Sehnen ist gleich diesen ausgezehrt, wir fühlen uns satt und zahm zugleich. Es war ein Sommer wie in Kinderzeiten und ich bin voller Dankbarkeit, während ich durch den ersten herbstlich anmutenden Tag reise. So viele Nächte haben wir durchtanzt, hofige Monde mit Freude bestaunt und mannigfaltige Wasser netzten unsere heiße Haut. Viele kleine Sommerglücke konnten wir mit lieben Menschen teilen und dieses Licht bannte jeglichen Schatten bis hierhin. Ein zartes Gespinst aus Wehmut legt sich um meine Seele, es gleicht dem tuchigen Nebel, der sacht die staubigen Felder küßt. Ich möchte barfuß in ihm weiter tanzen, denn meine Sohlen flammen durch des Sommers befeuerte Hitze. Doch die Ruhe des erwachenden Morgens kündet vom Ende der Sonnenlieder und so werde auch ich ganz still in ihm. Es ist an der Zeit, danke zu sagen. Ausgedörrtes Geäst fleht den sich rötenden Himmel um Gnade an und meine Wünsche wehen mit. Lautlos klingt ein Regenlied  in mir an und finalt das andere Ende meiner kleinen Welt mit einem Donnergrollen.

Seelengoldsilberglanzbronzelichtglück

Die Sonnenmilde schattierter Hochsommertage manifestiert sich in sachtem Bronze auf meiner Haut. Silbermondend schimmernd changieren launachtsgleich die feinen Härchen darin. Subkutan entsteht ein Diarium voller Wärmeromanzen, Sonnensujets, Lichtepisoden und Nobelnovellen. In mir werden Leichtigkeitseskapaden gewichtig und manches Kummermotiv federleichtet sich mit dem steigenden Gesang der Lerchen über den flirrenden Feldern. Ich notatiere unbewußt und entwerfe so nach innen lauschend mein ganz eigenes Bewußtseinsbrevier. Bronze und Silber auf meiner Haut. Gold in meiner Seele.

Und meine Seele im abendleuchtroten Kleid tanzte sich unter azurnen Baldachinen reich. Mit Freunden und Fremden, die Freunde werden können. So viel Goldsilberglanzbronzelichtglück.

Mittsommernachtmalefikantensiebenblumentanz

Drei Kränze habe ich für diese Mittsommernacht geflochten.

In den ersten fügte ich die Beständigkeit der Nelke und die Wandelkraft von Hortensien, gebettet in die Zähe des Strandflieders und die elegante Kraft von Rosmarin. Ich dachte dabei an dich.

Den Meertau und den Widerstoß nahm ich auf und hüllte beides in den Balsam von Frauenmantel und Kamille. So zart dieses Weben und Bewahren. Ich dachte dabei an mich.

Zu spät blüht mir der Efeu, nehme seine Beharrlichkeit als grünen Grund. Bette Stacheligkeit in rosiger Blütenform darüber und verneige mich still. Vor einer Königin. Ich denke dabei an uns.

Liebster, lass uns tanzen…