bittemito

Seelengoldsilberglanzbronzelichtglück

Die Sonnenmilde schattierter Hochsommertage manifestiert sich in sachtem Bronze auf meiner Haut. Silbermondend schimmernd changieren launachtsgleich die feinen Härchen darin. Subkutan entsteht ein Diarium voller Wärmeromanzen, Sonnensujets, Lichtepisoden und Nobelnovellen. In mir werden Leichtigkeitseskapaden gewichtig und manches Kummermotiv federleichtet sich mit dem steigenden Gesang der Lerchen über den flirrenden Feldern. Ich notatiere unbewußt und entwerfe so nach innen lauschend mein ganz eigenes Bewußtseinsbrevier. Bronze und Silber auf meiner Haut. Gold in meiner Seele.

Und meine Seele im abendleuchtroten Kleid tanzte sich unter azurnen Baldachinen reich. Mit Freunden und Fremden, die Freunde werden können. So viel Goldsilberglanzbronzelichtglück.

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Mittsommernachtmalefikantensiebenblumentanz

Drei Kränze habe ich für diese Mittsommernacht geflochten.

In den ersten fügte ich die Beständigkeit der Nelke und die Wandelkraft von Hortensien, gebettet in die Zähe des Strandflieders und die elegante Kraft von Rosmarin. Ich dachte dabei an dich.

Den Meertau und den Widerstoß nahm ich auf und hüllte beides in den Balsam von Frauenmantel und Kamille. So zart dieses Weben und Bewahren. Ich dachte dabei an mich.

Zu spät blüht mir der Efeu, nehme seine Beharrlichkeit als grünen Grund. Bette Stacheligkeit in rosiger Blütenform darüber und verneige mich still. Vor einer Königin. Ich denke dabei an uns.

Liebster, lass uns tanzen…

 

Melusines Dämmergesang

 

Ach, Geliebter, lass mir meine Weihen,
nicht ergründen kannst du meine Tiefen.
Musst der Untreu‘ mich nicht zeihen,
es sind die alten Ahnen, die mich riefen.

Folge nicht meinen well’nen Wegen
schaue nicht meiner netzenen Spur.
Lasse dem Nachen seinen Abendsegen
und mir mein Sein, so rein und pur.

Vor meinen Füßen beugen sich Zäune
und kein Zauber kann es bannen.
Mein Streben: an die wassernden Säume,
in die all‘ meine Wünsche rannen.

Kehr‘ ich dir eben noch den Rücken
leuchten dir bald meine Blicke so treu.
Darfst in absinthene Spiegel blicken,
wenn Eos erwacht zum Tage wie neu.

Doch nun senken sich die lichten Lider
und mit ihnen mein irdener Schimmer.
Hier bleibt mein Wort, wieder & wieder:
Ich bleibe die Deine. Auf immer ~~~

 

 

Taschentuchbaumurbantraum

„Ich glaube, in der Ignoranz des Menschen wohnt der Grund seiner Übelkeit.“ Mein Blick bleibt an sein elegantes Fingergelenk geheftet, das bei dem ausgerotzten Wort ‚Übelkeit‘ aprupt abknickte. ‚Er kann mit seinen Fingern sprechen‘, denke ich und lausche und sehe ihm weiter zu. Die Pause unseres Nachsinnens ist angenehm temperiert von Frühlingsdüften und diesen unvergleichlichen Klängen einer Weidemondnacht. Ich verspüre die Sehnsucht nach einer Rückspultaste für den Moment, nur um noch intensiver auf seine Fingersprache achten zu können. Die ‚Ignoranz‘ war vermutlich ein geradeaus gestreckter Mittelfinger und bei ‚Menschen‘ zeugte der Zeigefinger von Obacht. ‚Kleiner Finger, lache nicht!‘ denke ich unwillkürlich an diesen immer gültigen Spruch von Ominkel, der auch ohne dem drohenden ‚l‘ gesprochen seine Wirkung nicht verfehlt. Ein gütiger Spruch. Ich fange an zu kichern.

Augenblicklich übersetzen seine Hände die bebenden Laute meiner Schulterblätter, erspüren die giggelnden Konsonantentänze und fügen sanft streichend einige Vokale in ihrer so ganz eigenen Sprache hinzu, bis ich unter drei Tränen leise explodierend zu ihm aufblicke. „Ja,“ antworte ich. „Unsere Ignoranz wohnt uns inne. Und wirkt heilsam oder giftig. Das Maß zu halten, das ist unser Gebot.“

Vom Balkon des Nachbarhauses schrillt eine zänkische Stimme zu uns herunter, ein Telephon zerbirst die Nacht und irgendjemand schmeißt eine Kippe achtlos auf uns herab.

„Ich denke so oft an den Taschentuchbaum, wie es war, ihn mit meinen Füßen zu finden und wie er uns  dann kathedralte und dieses Licht…“ Seine Finger gedeihen bei diesen Worten meine Halswölbung an. Flüstern Fragen in mich, die ich nie beantworten kann. Ich seufze. Und dann sind wir eine Weile alle still.

 

 

Schöne Botschafterin, die du bist

Flüchtige Iris, eminente Dreieinigkeit, deine Wunder zu beworten deucht mich die menschliche Sprache zu schlicht. Wie diese changierenden Dome benennen und wie das Fließen deiner seidenen Hüllen? Die Zartheit deiner faltenen Wogen und die samende Pracht in ihrem Leuchten? Deine Narben sind nackt und verhüllt zugleich, sie schauen zu dürfen läßt meine Blicke überfließen. Des Spiegels Grund erreicht meine Pupille durch dich und deine stumme Beredtheit siegelt das Verstummen meiner Lippen, geadelt bin ich von deinem sanften Odeur.

Nein, ich vermag dich nicht zu besingen, doch die Botschaften deiner Götter, die vernehme ich.