bittemito

Leisegrenzganggedankenreise

Es war eine kleine Reise, doch ihre Route folgte den Pfaden der großen Geschichten, denen letztlich unsere eigene, gemeinsame Historie entstammt. Bestünde diese Grenze noch heute, wie die diktatorischen Machthaber sie planten und viele Mitläufer ausführten, es wären  Meilen der Ödnis mitten durch Deutschland. Und durch unsere Herzen. Doch auf dieser kleinen Reise sahen wir ein heilsames Wachsen. Sprachen mit Menschen, die sich öffneten und einander die Hände reichten. Sahen alte Narben langsam verblassen und absurd gezogene Risse sich wieder schließen. Vielfalt in Natur und Menschlichkeit. Die drohenden Schwären, die Deutschland erneut durchziehen, sie sind ost- wie westwärts gleich. Es ist hohe Zeit, gemeinsam zu heilen. Anfangs vielleicht mit einer kleinen Reise.

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Erntedankzeiten

Nach endlos staubigen Tagen legt sich ein frisches Tuch auf die maroden Wiesen. Heiß und reich war der Sommer, seine Müdigkeit ist eine gerechte. Ich bin müde mit ihm und doch hellwach. Der alte große Strom hat sich ausgedünnt und volle Äste brachen, dürre geworden durch die Huld der reifenden Früchte. Unser Sehnen ist gleich diesen ausgezehrt, wir fühlen uns satt und zahm zugleich. Es war ein Sommer wie in Kinderzeiten und ich bin voller Dankbarkeit, während ich durch den ersten herbstlich anmutenden Tag reise. So viele Nächte haben wir durchtanzt, hofige Monde mit Freude bestaunt und mannigfaltige Wasser netzten unsere heiße Haut. Viele kleine Sommerglücke konnten wir mit lieben Menschen teilen und dieses Licht bannte jeglichen Schatten bis hierhin. Ein zartes Gespinst aus Wehmut legt sich um meine Seele, es gleicht dem tuchigen Nebel, der sacht die staubigen Felder küßt. Ich möchte barfuß in ihm weiter tanzen, denn meine Sohlen flammen durch des Sommers befeuerte Hitze. Doch die Ruhe des erwachenden Morgens kündet vom Ende der Sonnenlieder und so werde auch ich ganz still in ihm. Es ist an der Zeit, danke zu sagen. Ausgedörrtes Geäst fleht den sich rötenden Himmel um Gnade an und meine Wünsche wehen mit. Lautlos klingt ein Regenlied  in mir an und finalt das andere Ende meiner kleinen Welt mit einem Donnergrollen.

Seelengoldsilberglanzbronzelichtglück

Die Sonnenmilde schattierter Hochsommertage manifestiert sich in sachtem Bronze auf meiner Haut. Silbermondend schimmernd changieren launachtsgleich die feinen Härchen darin. Subkutan entsteht ein Diarium voller Wärmeromanzen, Sonnensujets, Lichtepisoden und Nobelnovellen. In mir werden Leichtigkeitseskapaden gewichtig und manches Kummermotiv federleichtet sich mit dem steigenden Gesang der Lerchen über den flirrenden Feldern. Ich notatiere unbewußt und entwerfe so nach innen lauschend mein ganz eigenes Bewußtseinsbrevier. Bronze und Silber auf meiner Haut. Gold in meiner Seele.

Und meine Seele im abendleuchtroten Kleid tanzte sich unter azurnen Baldachinen reich. Mit Freunden und Fremden, die Freunde werden können. So viel Goldsilberglanzbronzelichtglück.

Mittsommernachtmalefikantensiebenblumentanz

Drei Kränze habe ich für diese Mittsommernacht geflochten.

In den ersten fügte ich die Beständigkeit der Nelke und die Wandelkraft von Hortensien, gebettet in die Zähe des Strandflieders und die elegante Kraft von Rosmarin. Ich dachte dabei an dich.

Den Meertau und den Widerstoß nahm ich auf und hüllte beides in den Balsam von Frauenmantel und Kamille. So zart dieses Weben und Bewahren. Ich dachte dabei an mich.

Zu spät blüht mir der Efeu, nehme seine Beharrlichkeit als grünen Grund. Bette Stacheligkeit in rosiger Blütenform darüber und verneige mich still. Vor einer Königin. Ich denke dabei an uns.

Liebster, lass uns tanzen…

 

Melusines Dämmergesang

 

Ach, Geliebter, lass mir meine Weihen,
nicht ergründen kannst du meine Tiefen.
Musst der Untreu‘ mich nicht zeihen,
es sind die alten Ahnen, die mich riefen.

Folge nicht meinen well’nen Wegen
schaue nicht meiner netzenen Spur.
Lasse dem Nachen seinen Abendsegen
und mir mein Sein, so rein und pur.

Vor meinen Füßen beugen sich Zäune
und kein Zauber kann es bannen.
Mein Streben: an die wassernden Säume,
in die all‘ meine Wünsche rannen.

Kehr‘ ich dir eben noch den Rücken
leuchten dir bald meine Blicke so treu.
Darfst in absinthene Spiegel blicken,
wenn Eos erwacht zum Tage wie neu.

Doch nun senken sich die lichten Lider
und mit ihnen mein irdener Schimmer.
Hier bleibt mein Wort, wieder & wieder:
Ich bleibe die Deine. Auf immer ~~~